header bg

Moritz

Update 27.04.2014
"Schau mich nicht so an, du weißt genau, dass ich den Blick nicht halten kann..."

Mein Name ist Moritz und ich bin ein Jahr alt. Die meiste Zeit davon habe ich in Canalba gelebt.
Meine Familie nennt mich auch Mori, Möhrchen oder kleiner Kerl.
Ich hatte mir nie ausgemalt wie es wohl ist, wenn jemand kommt und mich mitnimmt. Ein eigenes zu Hause, eine eigene Familie - und dann kam der Tag.
Mit gemischten Gefühlen habe ich die Reise in mein neues Leben, eine neue Welt angetreten. Alles, was ich bisher kannte musste ich hinter mir lassen.
Wir sind fast einen Tag mit dem Auto unterwegs gewesen und ich hatte viel Zeit mich darauf vorzubereiten. Alle haben wir in Canalba davon geträumt unser eigenes zu Hause zu bekommen, für die Wenigsten wird dieser Traum wahr, aber nun sollte es für mich soweit sein - Ich hatte große Angst.
Endlich angekommen habe ich mich nicht aus dem Auto getraut, alles war so anders. Wenige Minuten später stand meine neue Familie vor mir, um mich abzuholen. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte.
Zu Hause angekommen hat mich direkt ganz neugierig eine junge Hündin begrüßt; Luna - sie kommt auch aus Canalba und war da schon über ein halbes Jahr hier zu Hause.
Die ersten Wochen habe ich es meiner Familie nicht leicht gemacht. Ich habe mich in einer Ecke verkrümmelt, mich zusammen gerollt und alles ganz still beobachtet.
Versteht mich nicht falsch: Es gefällt mir wirklich gut meine eigene Familie zu haben, ich habe es hier ja auch wirklich gut, aber das war alles neu für mich.
Alles, was ich bisher kannte, war das Tierheim und nun war ich draußen in der weiten Welt und ich hatte Angst - was könnte mir nur alles passieren?!
Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Herrchen und Frauchen hatten und haben viel Geduld mit mir. Ich hatte so Angst, dass sie mich wieder zurück geben, weil ich vielleicht nicht so mutig und aufgeschlossen wie Luna war - aber an einem Abend hörte ich ein Gespräch zwischen meinen Leuten "Er ist sehr ängstlich, das ist alles sehr neu für ihn und er muss sich eingewöhnen" "Nicht alle Hunde sind gleich - Er braucht nun mal etwas mehr Zeit und sollte er auch den Rest seines Lebens brauchen um Vertrauen zu fassen - Mori bleibt bei uns!" Und ich wusste sie lieben mich, dass ich einen Platz in ihrem Herzen habe. Ich war nicht mehr nur ihr Pflegehund - Sie würden mich behalten, sie würden mich niemals wieder hergeben!
Da ich nicht fressen wollte hat Frauchen sich zu mir in meine Ecke gesetzt und mich aus der Hand gefüttert. Weil ich immer wieder aufgehört habe zu fressen, hat es oft sehr lange gedauert, bis ich aufgegessen habe. Mittlerweile traue ich mich aber ganz alleine aus meinem Napf zu fressen - Ich weiß noch, wie Frauchen sich gefreut hat, als ich das erste mal meine Schnauze in den Napf gesteckt habe. "Ein Fortschritt" hat sie begeistert gesagt und mir sanft über den Kopf gestreichelt.
Auch sitze ich nicht mehr nur in meiner Ecke und beobachte das Geschehen von dort. Ich traue mich jetzt schon durch das Haus zu laufen. Ich begrüße Herrchen und Frauchen, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen: Dann stürme ich die Treppe runter und springe sie an. Ich renne dann aufgeregt herum und immer wieder die Treppe hoch und runter.
Anfangs habe ich nur alleine sein wollen - und Herrchen und Frauchen haben das auch respektiert - aber jetzt will ich immer öfter in ihrer Nähe sein und wenn die Beiden mich dann anstrahlen, wenn ich zur Tür rein komme, ohne das sie mich gerufen haben und ich ihr lächeln sehe, dann fühle ich mich richtig wohl.
Die ersten Spatziergänge waren die Hölle! Überall neue Geräusche, Gerüche und Dinge, die ich noch nie gesehen habe. Einmal habe ich mich so erschreckt, dass ich durch eine Hecke gesprungen bin und auf der anderen Seite sitzen geblieben bin. Herrchen musste meine Leine dann erstmal wieder aus dem Gestrüpp befreien. Jetzt gehe ich sogar schon Fuß und hüpfe immer ganz aufgeregt die ersten Minuten, wenn ich Gassi gehe.
Sie sagen, dass es die kleinen Dinge sind, über die sie sich freuen: Wenn ich mit ihnen oder Luna spiele, wenn ich alleine aus meinem Napf fresse, wenn ich mich draußen nicht vor den Autos oder lauten Geräuschen erschrecke, wenn ich abends zu Frauchen und Herrchen ins Bett springe und mich eng ankuschel, wenn ich sie abschlabber und mich auf den Rücken lege um gestreichelt zu werden...
Sie sagen immer wieder, dass sie die richtige Entscheidung getroffen haben und dass sie mich niemals wieder hergeben. Es tut so gut zu hören, dass sie mich so nehmen, wie ich bin und dass ich mich auch immer wieder in meine Ecke verkrümmeln darf, wenn ich doch mal Angst habe (mittlerweile suche ich auch immer wieder bei Herrchen und Frauchen Schutz, wenn ich mich erschrecke).
Ich brauche einfach noch etwas Zeit um mich an all das Neue hier zu gewöhnen - um zu zeigen, was für ein toller Hund in mir steckt, aber ich spüre tief in mir und ich weiß ganz genau, dass Herrchen und Frauchen mir diese Zeit auch geben.
Aber ganz ehrlich? Ich glaube Herrchen und Frauchen können jetzt schon sehen, was für ein toller Hund in mir steckt - Jetzt bin ich endlich angekommen!

Bilder zum Vergrößern anklicken







Update 05.02.2014
Moritz hat sein neues Zuhause bei der Ex-Canalbanerin Eliotta und ihrer Familie gefunden.
Wir wünschen Dir viel Glück in Deinem neuen Leben.

 




Bilder zum Vergrößern anklicken

Rasse: Mix
Geschlecht: Rüde
Geboren: 23.04.2013
Farbe: schwarz-weiß
Größe: ausgewachsen ca. 55 cm

Der liebe Moritz kam zusammen mit seinen 8 Geschwistern und seiner Mutter zu uns ins Canile.
Die ganze Truppe erwies sich von Anfang an als äußerst liebenswert im Umgang mit Menschen und völlig unkompliziert im Umgang mit Artgenossen beiderlei Geschlechts.
Als Moritz ins vermittlungsfähige Alter kam, herrschte leider über Canalba ein Ausreise-Stop.
Durch die Verhängung der Quarantäne war eine Vermittlung nicht möglich.
Somit wartet er und noch 3 seiner Geschwister weiterhin auf die Möglichkeit zu zeigen, welch toller Hund er doch ist.
Er ist ein ausgelassener und stets fröhlicher Geselle und freut sich über das Spielen mit seinen Artgenossen ebenso wie über die Schmuseeinheiten mit seinen Pflegern.
Moritz vereint alle guten Eigenschaften seiner liebevollen Mutter in sich – diese konnte zum Glück auch schon gut vermittelt werden.
Gerne könnte Moritz zu Hundeanfängern oder als Zweithund vermittelt werden.
Liebevoll, verschmust, absolut aggressionslos und anpassungsfähig- Moritz würde so gerne zeigen, was in ihm steckt.

Copyright © Rifugio Canalba e.V