Everel alias Tracy

Update 04.04.2018

Hallo Frau Bärnthaler,

also, waren gestern beim TA. Unterschriebenes "Gesundheitszeugnis" ist auf dem Weg.

Die "Pünktchen" könnten wohl evt. Teile des Beckens sein, die aber keine Probleme machen sollten. Dann sind da noch evt. Kieselsteinchen oder so, auch da ist nix zu machen. Ob eine OP machbar, sinnvoll und bezahlbar ist, muss ein Spezialist entscheiden. Das wird aber noch 'ne Weile dauern, bis wir zum Spezialisten gehen, da der arme Kerl erstmal richtig zu Hause ankommen soll. Außerdem scheint er doch ein Problem mit Männern zu haben (hauptsächlich mit meinem) und in so einer Tierarztpraxis sind solche Menschen oft zugegen. Da er aber ja damit klar kommt (und wer weiß, ob ihm nicht nach einer evt. "Reparatur" der "Sitzplatz" fehlt, weil er doch immer auf dem krummen Bein sitzt).....
Einzig wirklich doof ist, dass er sich immer auf die Ferse scheißt. Glücklicherweise ist sein Durchfall, Amoxycillin sein Dank, wieder weg (dafür haben es jetzt die anderen drei Größeren), aber müffeln tut's doch. Also kriegt er jeden Tag sein Bein gewaschen, was er sich wirklich sehr gut gefallen lässt (allerdings nur von mir).

So, aber jetzt endlich mal all das Gute: Tracy    (ja, Tracy ist das Gute). Er geht super gut an der Leine, zieht nicht, spielt super toll mit Spencer (das war der Grund noch einen Jungspund zu nehmen), sucht keinen Streit, schläft supergut im Bett, versteht sich mittlerweile mit den Katzen, die Kakadus und die Hühner sind mittlerweile auch uninteressant, ist im Haus wirklich toooootal ruhig (außer wenn mein Mann kommt, dann wird gekläfft), hat auch keine Angst mehr vor Dogge Hetty, fährt super im Auto mit, ist zärtlich und vorsichtig, kann mittlerweile auch mal fünf Minuten ohne  mich sein (war gestern mal 'ne halbe Stunde bei den Nachbarn, mein Mann war zu Hause, das war zu lang, Tracy jammert dann bis ich wieder da bin) es wird aber mit der Zeit sicher noch viel besser werden.

Sie meinten, daß nicht jeder einen "nicht perfekten" Hund nimmt. Aber Tracy ist doch perfekt. Ein Humpelbein ist weit weniger schlimm als ein bissiger, aggresiver, fieser Möp. Einzig die Sache mit dem Pipi machen gegen die Schränke müssen wir ihm noch abgewöhnen.  Aber das kriegen wir hin. Er ist gelehrig und darauf bedacht zu gefallen.
Und man muß ja mal die Kirche im Dorf lassen. Tracy ist jetzt eine Woche hier. Bei all' dem, was er bisher erlebt hat, all' den Stress im TH, die lange Fahrt nach Deutschland, komplett neue Leute, neue Gegend, neuer Tagesablauf..... und trotzdem liegt er entspannt auf'm Sofa, als wenn er schon seit Jahren hier wäre. Ich habe schon viele Hunde gehabt und einige haben viel länger zum Einleben gebraucht, obwohl sie nicht so schlechte Voraussetzungen hatten. Er ist ein prima Hund und in einigen Wochen wird's so sein, als wenn er nie woanders gewesen wäre.
Demnächst schicke ich noch Bilder, aber ich kriege die selber nicht von der Kamera in den PC.

 Bis bald
 M. F.


Update 28.03.2018

Wir sind so glücklich, dass auch ein Handicap Hund ein schönes zu Hause bekommen hat. Wir wünschen unserem Everel ein langes, schönes Leben.




Rasse: Segugio
Geschlecht: Rüde, kastriert
Geboren: 15.01.2015
Farbe: schwarz-braun
Größe: ca. 52 cm
Behinderung am linken Hinterbein

Everel gehört sicherlich zur Kategorie der ausrangierten und nicht gut behandelten Jagdhunde.
Als er zu uns ins Tierheim kam, war er ein wirklich bemitleidenswerter Anblick.
Everel war abgemagert bis auf die Knochen, jede Rippe konnte man sehen.
Obwohl er sicherlich bis zu diesem Zeitpunkt nichts Gutes durch Menschen erfahren hatte, zeigte der Rüde sich von anfang an als absolut freundlich und menschenbezogen.

Eine Untersuchung seines Beines ergab, dass Everel wohl schon vor langer Zeit eine Fraktur hatte (entstanden durch einen Unfall oder eine Misshandlung) und da diese jedoch schon jahrelang zurückliegt, ist heute aus medizinischer Sicht, kein verbessernder Eingriff mehr möglich.

Everel kommt jedoch prima damit zurecht und hat keinerlei Einschränkungen beim Laufen und zum Glück auch keine Schmerzen.
Wie alle Segugios hat er einen ausgeprägten Bewegungsdrang und leidet sehr in seinem Zwinger.
Er kommt einfach nicht zur Ruhe und daher ist es sehr schwierig für die Helfer vor Ort, Everels Gewicht zu erhöhen.

Mit anderen Hunden kommt der muntere "Schlappes" prima zurecht, er mag sowohl Hündinnen, als auch Rüden und wäre somit auch als Zweithund perfekt geeignet.
Das Größte für ihn sind jedoch Streicheleinheiten durch Menschen, davon kann er gar nicht genug bekommen.
Für uns ist es immer wieder berührend zu erfahren, dass gerade die vorher so schlecht behandelten Hunde das Vertrauen in uns Menschen nicht verloren haben.
Für Everel wäre es wirklich an der Zeit zu erfahren, was ein schönes Hundeleben bedeuten kann.

Falls Sie sich nicht an seiner Behinderung stören und vielleicht generell ein Fan dieser tollen Rasse sind, dann geben Sie ihm doch eine Chance.
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